Junges Paar im Schnee

Wie unsere Partnerwahl funktioniert

Gastbeitrag von Bernadette Bergmann-Ayari • bernadettebergmannayarizum Blog

Was glaubst du, weswegen hast du dich in deinen Partner verliebt? Waren es seine dunklen Augen? Ihre blonden Haare? Sein Lächeln? Die Art, wie sie die Haare aus ihrem Gesicht streicht?

Oft wird behauptet, wir würden unseren Partner nach seinem Geruch wählen. Aber warum verlieben sich dann heutzutage so viele Menschen online?

Tatsächlich funktioniert Partnersuche auf einer völlig unterbewussten Ebene. Stell dir einen Raum mit hunderten Menschen vor. Zielsicher wirst du dir hier genau den Menschen aussuchen, der gerade in Resonanz mit deinen Themen ist. Sozusagen der Mensch, den du gerade brauchst, um etwas zu bearbeiten. O Schreck, da liegt tatsächlich ein Muster dahinter!

Die gute Nachricht, wenn deine Partnerwahl bisher gefühlt nur aus Griffen ins Klo bestand: Du weißt jetzt, woran du arbeiten kannst, wenn du künftig eine bessere Wahl treffen möchtest.

Mach dir deine Muster bewusst und erkenne deine blinden Flecke. Die Summe unserer wiederkehrenden Verhaltensweisen sind unsere Muster. Wir verhalten uns immer auf eine gewisse Art und Weise, so wie wir auch immer auf eine bestimmte Art und Weise fühlen. Das, was uns vertraut ist, fühlen wir immer wieder. So, wie wir es gewohnt sind, uns zu verhalten, verhalten wir uns immer wieder.

Wie entstehen diese Muster?
Unser Unterbewusstsein funktioniert wie ein Programm. Denk mal etwa an das Rechtschreibprogramm auf deinem Handy. Du tippst etwas ein und das Rechtschreibprogramm macht automatisch etwas anderes daraus. Etwas, das du vielleicht gar nicht schreiben wolltest. Wenn du jetzt also ein anderes Wort da stehen haben willst, musst du das Programm ändern. Dafür hast du zwei Möglichkeiten.

Entweder änderst du manuell das gewünschte Wort. Oder du kennst dich mit der Software aus und änderst diese, sodass sie dir einen anderen Vorschlag macht. Wenn du das selbst nicht kannst, gehst du zu einem Software-Experten und lässt diesen die gewünschte Änderung vornehmen.

Die Programme für unsere Beziehungen funktionieren genauso. Die Hauptdarsteller für unsere Beziehungsprogramme sind austauschbar, aber die Rolle, die sie in unserer Beziehung übernehmen sollen, bleibt stets die gleiche. Stell dir also vor, dein Unterbewusstsein möchte gerne die Rolle für den Mann, der sich nicht gerne bindet, vergeben. Wer soll diese Rolle spielen? Til Schweiger? Elyas M’Barek? Oder doch lieber Matthias Schweighöfer? Du kannst wählen, wen du willst. Du kannst sie auch alle nacheinander diese Rolle spielen lassen – die Rolle bleibt jedoch stets die gleiche. Jeder dieser Akteure wird den bindungsunwilligen Mann spielen. Wenn du das nicht willst, musst du das Programm, also die Rolle, umschreiben.

Wie kannst du deine Muster verändern?
Ab unserer Zeugung sammeln wir Erfahrungen und speichern diese ab. Wir speichern selbst im Bauch unserer Mutter alles ab, was um uns herum passiert, aber auch die Gefühle und Erfahrungen unserer Mutter. Werden wir geboren, geht es weiter.

Besonders empfänglich sind wir in unseren ersten acht Lebensjahren. Alles, was da so um uns herum passiert, formt unser Selbstbild. Alles, was wir in dieser Zeit erleben, beziehen wir auf uns und schließen daraus, ob wir liebenswert sind oder nicht, ob wir willkommen sind, Freude oder Last sind und vieles mehr. So entstehen unsere Identität, unser Verhalten und unser Interaktion mit der Umwelt.

Was steht in deinem Programm? Nimm dir doch ein paar Minuten Zeit und schreibe dir dazu ein paar Gedanken auf, die spontan in dir hochkommen.

Als Erwachsener haben wir keine Erinnerungen mehr an die Details. Jedoch haben wir unser inneres Kind in uns konserviert, das all diese Erfahrungen abgespeichert hat und diese bearbeiten möchte.
Unser inneres Kind wird immer wieder gezielt den Partner für uns auswählen, mit dem es die alten Verletzungen, die alten Gefühle wiedererleben kann – mit der Hoffnung natürlich, dass diese Themen jetzt geheilt werden mögen.

Jedoch kann dein Partner dein Programm nicht ändern – das kannst nur du selbst! Til Schweiger spielt die Rolle, er schreibt sie nicht um. Wenn dir das nicht passt und du lieber Elyas M’Barek wählst, machst du auch mit ihm dieselbe Erfahrung. Er spielt die Rolle nur, er verändert das Drehbuch nicht. Es liegt also allein bei dir.

Ohne Arbeit an dir selbst kannst du nicht durch äußere Umstände dauerhaft Glück und Erfüllung erleben.

Mehr zu diesem Thema:

Wieso ein Neustart mit dem Ex so selten Sinn macht

Zum Artikel

Du interessierst Dich für eine psychologische Beratung?

Zurück