Händchenhaltendes Paar

Weshalb Berührungen so wichtig sind

Jeder Mensch braucht Nähe. Wer für längere Zeit einsam ist und keine angenehmen Berührungen erfährt, leidet nicht nur seelisch, sondern auch körperlich.

Körperkontakt ist ein menschliches Bedürfnis, das ein Leben lang anhält. Durch Berührung entsteht die Verbindung zu einem anderen Menschen und die dabei empfundene Geborgenheit und körperliche Nähe gibt Halt in schweren Momenten.

Diese Berührungen begegnen uns im Alltag immer wieder:

Hand schütteln
In den meisten westlichen Ländern gehört es zum Begrüßungsritual, es variiert jedoch von Land zu Land in seiner Intensität.

Hand halten
Es signalisiert Zusammengehörigkeit, Zuneigung und Liebe und vermittelt gleichzeitig Sicherheit und Schutz.

Hand auf die Schulter legen
Diese Geste soll Unterstützung, Vertrauen und Zusammenhalt demonstrieren und Mut machen.

Umarmung
Sie variiert in ihrer Intensität, soll aber Zuneigung ausdrücken und/oder Trost spenden.

Wie Berührungen dem Menschen helfen
Während des Körperkontakts kommt es zur Ausschüttung von Botenstoffen. Oxytocin und Dopamin sorgen für Glücksgefühle und das Vertrauen zur anderen Person wie auch die emotionale Bindung zueinander wird gestärkt. Stress und Ängste werden gemindert, was die Spannung im Körper sinken lässt und tröstend wirkt.

Liebevolle Berührungen sind gerade bei Sorgen, Verzweiflung und Trauer die größten Kraftspender. Aber nicht nur die Seele profitiert vom Körperkontakt, auch das Immunsystem wird durch die Nähe zu einem anderen Menschen widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten.

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Obwohl körperlicher Kontakt für jeden Menschen wichtig ist, kann nicht jeder mit ihm umgehen. Psychische Erkrankungen oder eine Hautkrankheit, für die sich der Betroffene schämt, führen häufig zum Verstecken des eigenen Körpers. Die fehlenden Berührungen werden dann schnell zur Ursache für Depressionen und Angststörungen.

Körperkontakt bekämpft Krankheiten
Gerade Hauterkrankungen schränken die Lebensqualität sehr ein. Sie wirken sich auf das Selbstbewusstsein aus, führen zu psychischem Stress und fördern dadurch wieder die Erkrankung – ein Teufelskreis. Eine Linderung der Symptome bzw. eine Verbesserung der Krankheit führt damit zu mehr Lebensqualität und mehr Berührungen, was wiederum zu mehr Wohlbefinden und Selbstbewusstsein führt und so Körper und Seele stärkt.

Angenehme Berührungen haben eine große Macht über den Menschen, sie beeinflussen sein Verhalten sowie seine Entscheidungen und können ihn hilfsbereiter und spendabler machen. Das Berühren des eigenen Gesichts kann sogar gedankliche Blockaden lösen.

Kommunikation und Berührung
Körperkontakt gehört zur alltäglichen Kommunikation, spielt sich aber – je nachdem, in welchem Verhältnis die Personen zueinander stehen – immer anders ab. Eine zu intime Berührung bedeutet den Eingriff in die eigene Privatsphäre und wird als unangenehm, abstoßend und bedrohlich wahrgenommen. Je häufiger es zwischen zwei Menschen zu Körperkontakt kommt und desto intensiver dieser ausfällt, umso größer ist auch die Zuneigung und das Vertrauen zwischen ihnen.

Ohne Berührungen kann der Mensch nicht überleben. Ein Mangel an Körperkontakt führt zu massiven seelischen und damit auch zu körperlichen Problemen. Nicht selten ist der Wunsch nach Nähe daher auch ein entscheidender Grund für eine Kompromissbeziehung.

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