Junger Mann

Ist es in Ordnung, das Handy des Partners auszuspionieren?

Fast in der Hälfte aller Beziehungen kommt es irgendwann zu Streit, da einer von beiden beginnt, dem anderen aus Misstrauen hinterherzuschnüffeln. Das Smartphone des Partners ist dabei ganz besonders beliebt.

Mal ehrlich: Hast Du Dich nicht auch schon gefragt, was Dein Partner eigentlich den ganzen Tag an seinem Handy treibt, von dem Du nichts mitbekommst? Bist Du vielleicht bereits der Versuchung erlegen, einen kurzen Blick auf seine Chats, die Anrufliste und Fotos zu werfen, als Du die Gelegenheit dazu hattest? Hat er Dich sogar dabei erwischt und es gab deshalb einen riesigen Streit?

Fast ein Zehntel aller Paare, bei denen einer den anderen ausspioniert, trennt sich, weil das Gefühl von einem ehrlichen Miteinander zerstört wurde. Das betrifft nicht nur frisch Verliebte, sondern auch langjährige Beziehungen, in denen das Vertrauen zueinander eigentlich groß genug sein sollte, um dem Partner keine Zweigleisigkeit zu unterstellen.

Wie kommt es dazu, dass einer den anderen ausspioniert?
Oft beginnt das Ausspionieren ganz harmlos: Zufällig bekommt der eine mit, wie die Nachricht einer fremden Person auf dem Display des Partners aufleuchtet. Schnell entsteht Verunsicherung – wer ist dieser Mensch und was möchte er von meinem Partner? Und wieso sagt mein Partner mir nicht, dass er eine Nachricht von dieser Person bekommt? Verheimlicht er mir etwas?

Ist das Misstrauen erst einmal gesät, wächst es immer weiter und ist schließlich so präsent, dass der Griff zum Smartphone des Partners oft nicht mehr aufzuhalten ist. Die Angst, betrogen zu werden, ist einfach zu groß.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Die Sorge war berechtigt und der Partner hat tatsächlich eine Affäre oder ist zumindest auf dem besten Wege dorthin. Es kann aber auch sein, dass nichts Verdächtiges gefunden wird und sich stattdessen ein schlechtes Gewissen breitmacht.

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Sollte die Schnüffelei zugegeben werden?
Wer (erste) Hinweise auf die Untreue des Partners hat, wird ihn sicherlich damit konfrontieren wollen. Aber wie, ohne offenzulegen, dass herumgeschnüffelt wurde?
Derjenige, der ausspioniert wird, fühlt sich zurecht hintergangen, wenn er es erfährt – ganz gleich, ob der Verdacht auf Zweigleisigkeit berechtigt war oder nicht. Er erkennt, dass ihm nicht ausreichend Vertrauen geschenkt wird und ist daher verletzt und wütend.
Deshalb sollte der Schritt, den eigenen Fehler zuzugeben, auch gut durchdacht sein: Gibt es gar keinen Anlass zur Sorge, kann eine Beichte sehr viel kaputtmachen. Das Vertrauen zueinander wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen und natürlich wird es auch viele Diskussionen über die jeweiligen Grenzen geben.

Lassen sich nicht Vereinbarungen treffen, die für beide Seiten in Ordnung sind?
Wie genau diese aussehen könnten, muss jedes Paar für sich entscheiden. Für einige Menschen ist es ein abolutes No-Go, jemanden an ihr Smartphone zu lassen, anderen macht es gar nichts aus. In manchen Fällen kann es auch hilfreich sein, dem Partner im eigenen Beisein das Handy in die Hand zu drücken und ihn damit herumspielen zu lassen – bei solchen Entscheidungen gibt es nicht nur einen richtigen Weg. Wichtig ist nur, dass beide Partner wissen, wie weit sie gehen dürfen und diese Grenzen voll und ganz respektieren.

Was, wenn es ohnehin nichts Verdächtiges zu finden gab?
Dann lautet die Frage: Wieso das Misstrauen? Sind schlechte Erfahrungen der Grund oder hat der Partner sich in der letzten Zeit tatsächlich sehr verändert, sodass es nahelag, dass vielleicht eine weitere Person im Spiel ist? Zweifel an der Treue des anderen zeigen immer auf, dass etwas nicht stimmt. Ist die Eifersucht generell zu groß oder das Verhalten des Partners in letzter Zeit merkwürdig? Was steckt dahinter?

Neben offenen Gesprächen helfen klare Grenzen und Regeln, Streitereien zu verringern und Misstrauen gar nicht erst entstehen zu lassen. Wer genau weiß, womit er seinen Partner verletzt oder provoziert, kann diese Dinge besser vermeiden.
Eifersüchteleien gibt es in jeder Beziehung, jedoch sollten diese nicht der Grund dafür sein, das Handy des Partners unerlaubt nach Anzeichen für einen Seitensprung zu durchsuchen. Auch in einer Partnerschaft gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Besser ist es, den anderen direkt darauf anzusprechen, dass er sich verändert hat und was die Ursache dafür sein könnte. So kann gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden, anstatt das Vertrauen ineinander zu zerstören.

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